Zwangsverwaltung

Die Zwangsverwaltung ist ein Vollstreckungsverfahren zur Durchsetzung von Ansprüchen. Ziel der Zwangsverwaltung ist die Befriedigung des Gläubigers aus den laufenden Einnahmen einer Immobilie (Miete oder Pacht), §§ 864 ff. Zivilprozessordnung (ZPO), §§ 146 ff. Gesetz über die Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung (ZVG).

Dem Eigentümer wird im Rahmen der Zwangsverwaltung die Verwaltungsbefugnis über die Immobilie entzogen. Der Zwangsverwalter tritt als Treuhänder faktisch in in die Stellung des Vermieters ein. Er übernimmt sowohl die Rechte, als auch die Pflichten des Vermieters, § 152 Abs. 1 ZVG.

Der Zwangsverwalter ist beispielsweise dazu berechtigt, Mieten einzuziehen und diese zu erhöhen sowie Mietverträge abzuschließen und zu kündigen.

Im Gegenzug hat er für die Instandhaltung des Gebäudes zu sorgen. Der Zwangsverwalter muss darüber hinaus die Betriebskostenabrechnung durchführen, fällige Kautionen herausgeben sowie die öffentlichen Lasten und Gebäudeversicherungsprämien tragen.

Die Zwangsverwaltung endet, wenn der Gläubiger befriedigt ist (§ 161 Abs. 2 ZVG) oder die Immobilie zwangsversteigert wurde (§ 12 Abs. 1 Zwangsverwalterverordnung).

zurück zum Wörterbuch