Indexmiete

Wird zwischen Vermieter und Mieter eine Indexmiete vereinbart, bestimmt sich die Miete nach den vom Statistischen Bundesamt ermittelten Lebenshaltungskosten, § 557b Abs. 1 BGB.

Eine Erhöhung der Indexmiete ist grundsätzlich nur möglich, wenn die Miete zuvor für ein Jahr unverändert geblieben ist, § 557b Abs. 2 BGB. Sie tritt nicht automatisch ein, sondern muss durch den Vermieter schriftlich geltend gemacht werden. Dabei ist die eingetretene Änderung der Lebenshaltungskosten anzugeben. Die geänderte Miete ist dann mit Beginn des übernächsten Monats nach Zugang dieser Erklärung zu errichten, § 557b Abs. 3 BGB.

Mieterhöhungen bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete (§ 558 BGB) sind ausgeschlossen, wenn eine Indexmiete vereinbart ist. Dies gilt auch für Mieterhöhungen wegen Modernisierungsmaßnahmen (§ 559 BGB). Eine Ausnahme stellen hierbei bauliche Veränderungen dar, deren Ursache der Vermieter nicht zu vertreten hat (z.B. denkmalschutzrechtliche Anordnungen), § 557b Abs. 2 BGB. Auch eine Erhöhung der Betriebskosten kann trotz Indexmiete geltend gemacht werden.

Da die Lebenshaltungskosten schneller steigen als die durchschnittlichen Mieten, ist die Indexmiete für den Mieter zumeist nachteilig. Mietverträge auf Grundlage einer Indexmiete werden in der Praxis selten geschlossen.

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